Eilt: [Schlanker Staat]

[schlanker Staat]
[Framing]
[Leistungen]

Weil die Debatte gerade wieder anläuft:

schlanker staat

Ein schlanker Staat ist ein Staat, der nicht mehr viel leisten kann.

Könnt ihr bitte sofort wieder aufhören, das konservative [Framing] vom [schlanken Staat] zu übernehmen? [Schlank] verstehen wir generell als positiv, siehe „Weg mit dem Speck“. Reden wir von dem, was tatsächlich passiert: von einem [geschwächten staat], von einer [bewusst] [geschwächten Gemeinschaft], davon, dass Schwarzblau den Menschen in Österreich wichtige Leistungen und Aufgaben wegnehmen werden.

„Schlanker Staat“ ist ein Schuss ins eigene Knie! Weiterlesen →

27. Februar 2018 von Axel Grunt
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Ich mag Nebel

[Politik]
[Framing]
[Nebel]
[Täuschen]

Ich mag Nebel.
Die Welt wird still, die Feuchtigkeit in der Luft legt sich als feiner Schleier aufs Gesicht, die Welt um mich verschwimmt und verschwindet.

nebel

Verschwommen? Vernebelt? Veschleiert? Framing!

Auch ein Grund, warum ich Nebel mag: Ich kann ihn nicht beeinflussen. Nebel nebelt, weil er es für richtig hält. Er fragt mich nicht vorher. Darum halte ich im politischen Kontext die „Nebel“-Metapher für unbrauchbar. Weiterlesen →

21. Februar 2018 von Axel Grunt
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„Natürliches Rechtsempfinden“ – Schluss der Debatte

[Strafrecht]
[Missbrauch]
[Edtstadler]

Also gut.
Karoline Edtstadler meint, höhere Strafen könnten Triebtäter abhalten und das „natürliche Rechtsempfinden“ werde durch milde Urteile verletzt. Dies würden Internetpostings oder auch Gespräche mit der Bevölkerung am Land zeigen.

Ein gefährliches Framing der Staatssekretärin.
Steht dem „natürlichen“ Rechtsempfinden ein „unnatürliches“ gegenüber? Reden wir hier vom „gesunden Volksempfinden“? Wenn ich eine andere Meinung zu Themen wie Strafhöhen oder Sinnhaftigkeit von Strafen habe, als sie sich in „Gespräche mit der Bevölkerung am Land“ zeigt, bin dann ich „unnatürlich“? „Widernatürlich“? Weiterlesen →

09. Februar 2018 von Axel Grunt
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Re-Framing Politik: Eh alles nutzlos?

[TALK YOUR WALK]
[Politik]
[Optimismus]
[Zalando]

Eigentlich sind ja alle PolitikerInnen nutzlose AbzockerInnen, nicht wahr? Inkompetent, nur wegen ihres Parteibuchs in ihren Ämtern. Und dort bleiben sie hocken, diese SesselkleberInnen. Außerdem kann die Politik eh gar nichts machen. Wird alles „in Brüssel“ entschieden oder von der Globalisierung.

Kennen Sie diese Einschätzungen? In Kommentaren der Online-Medien finden wir sie genauso wie in LeserInnenbriefen oder in den Aussagen vieler PolitikerInnen.

kapow_klJa, auch PolitkerInnen bedienen sich dieses Framings. Und sie beschädigen dabei jedenfalls das gesamte demokratische politische System, manchmal auch sich selbst. Weiterlesen →

04. Februar 2018 von Axel Grunt
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NÖ Landtagswahl 2018 – Trendwende für die Grünen?

[Grüne]
[Niederösterreich]
[Landtagswahl]
[Framing]
[Politik]

Zwei Tage nach der niederösterreichischen Landtagswahl. Die Grünen haben mit 6,42 Prozent die Erwartungen leicht übertroffen und bleibenlogo grüne nö im Landtag. Eine Menge Menschen teilen jetzt die Sorge, dass die Grünen sich nach dem Wahldebakel vom Oktober zu rasch ausruhen könnten. Dass das einigermaßen verschmerzbare Ergebnis der NÖ-Wahl zu einer verfrühten Entspannung führen könnte. Unter diesen Menschen befinden sich auch mehrere aktive PolitikerInnen. Weiterlesen →

30. Januar 2018 von Axel Grunt
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TALK YOUR WALK 01/2018 – Das Framing von Politik (Workshop)

Liebe KollegInnen, FreundInnen, AktivistInnen, KommunikatorInnen,

ich wünsche Ihnen ein wunderbares 2018, möge es Ihnen gelingen, Ihren Pinguin zu entdecken!
Was für einen Pinguin? Mir ist ein kluger Text von Eckart von Hirschhausen zugeflogen. Und diesen teile ich mit Ihnen anstelle von Neujahrsvorsätzen (s.u.).

Keine weiteren Vorsätze brauche ich auch für die Fortsetzung der im vergangenen September gestarteten TALK YOUR WALK-Serie. Das Ziel dieser „Praxisbausteine in politischer Sprache, Framing, Rechthaben wollen und empathischem Zuhören“: Das eigene Anliegen so ausdrücken, dass es so ankommt, wie Sie sich das wünschen. Der erste Termin: 26. Jänner, das erste Thema: Das Framing von Politik. Weiterlesen →

17. Januar 2018 von Axel Grunt
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#schwarzblau – Widerstand ist zwecklos!

[Widerstand]
[schwarzblau]
[Politik]
[Framing]

Dezember 2017. Wieder einmal ist in Österreich eine schwarzblaue Bundesregierung angelobt. „Unser aller Widerstand wird wichtiger sein denn je!“, schreibt Attac im aktuellen Newsletter. „Schon Widerstand!jetzt zeichnet sich ab, dass uns in den nächsten Jahren eine Regierung der sozialen Kälte und eine Politik im Interesse von Reichen und Konzernen bevorsteht.“ Ein langer Newsletter. Ohne Perspektive, ohne positive Botschaft. Weiterlesen →

20. Dezember 2017 von Axel Grunt
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Muss man als PolitikerIn ahnungslos sein?

[Politik]
[Expertise]
[Demokratie]

Die ÖVP-Ministerriege werde zu 50 Prozent aus Frauen und zu zwei Dritteln aus Experten und Expertinnen bestehen,“ sagt Sebastian Kurz laut ORF.at.

Okay. ÖVP-PolitikerInnen sind also keine ExpertInnen für ihre Bereiche. Wenn Kurz es so sagt, will ich ihm glauben. Weiterlesen →

16. Dezember 2017 von Axel Grunt
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RassistInnen? Gibt es keine!

[TALK YOUR WALK]
[Gruppenzugehörigkeit]
[Migration]
[Integration]
[Rassismus]

Wenn der Tschusch sich schleichen soll, wenn der Neger, der Drogendealer, der Asylant an die Wand gestellt gehört, wenn der nächste „Einzelfall“ und die nächste „Jugendtorheit“ bekannt wird, wenn „Moslem-Mama-Mikl“ an den Pranger gestellt wird, dann diskutieren wir einmal mehr über wachsenden Rassismus in der Gesellschaft. Über „wehret den Anfängen“.

Eine Antwort, die uns weiterbringt, ist bislang anscheinend nicht herausgekommen. Ich versuch es mal mit der folgenden Behauptung:

Kein Mensch ist RassistIn. Menschen suchen Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Weiterlesen →

30. November 2017 von Axel Grunt
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Falschparken ist richtig!

Morgen beginnt der Advent. Bereits heute besonders lustig: der ÖAMTC!

[Falschparken] ist wie das Wort schon sagt, äh, [falsch]. Für den ÖAMTC trotzdem anscheinend eine zu tolerierende [Selbstverständlichkeit]: Weiterlesen →

30. November 2017 von Axel Grunt
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Re-Framing Automobil: Verluste sind verzichtete Gewinne

[TALK YOUR WALK]
[Mobilität]
[Autofahrer]
[Individualität]

Die meisten von uns fahren Auto. Manchmal, seltener, öfter, täglich. Ich zum Beispiel etwa einmal im Vierteljahr. Ich begreife mich dabei nicht als „Autofahrer“. Sondern als jemanden, der dann  ein Auto benutzt, wenn es mein Leben leichter macht.

Gibt es eigentlich „AutofahrerInnen“? Weiterlesen →

30. Oktober 2017 von Axel Grunt
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Newsletter: Rückblick Nationalratswahl, TALK YOUR WALK „Mobilität“

Liebe KollegInnen, FreundInnen, AktivistInnen, KommunikatorInnen,
dieser TALK YOUR WALK-Newsletter bringt Ihnen zwei Themen nachhause:

  • Eine Rückschau auf die Nationalratswahl vom vergangenen Sonntag
  • und eine Einladung zu den laufenden themenspezifischen Framing-Abenden TALK YOUR WALK (Thema „Mobilität“ – Freitag, 20.10., 19 Uhr in Wien), es gibt noch freie Plätze.

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18. Oktober 2017 von Axel Grunt
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„Die WählerInnen haben uns vernichtet!“ – Grüne Ursachensuche nach der Wahl

[Framing]
[Schuld]
[Verantwortung]

„Es gilt einmal zuzuhören – insbesondere den Wählern und Wählerinnen, die uns bei dieser Wahl nicht gewählt haben. Ich will an dieser Stelle sagen: Man kann mich ansprechen, mir eine Mail schicken. Mich interessieren die Gründe dafür.“

Liebe Maria Vassilakou,
so wirst du im Standard zitiert.

Wir beide kennen einander schon so lange, dass ich noch daran gewöhnt bin, dich Maria zu nennen und nicht Mary. Wie oft habe ich schon mit dir und anderen Grünen SpitzenfunktionärInnen das Gespräch gesucht. Geredet habe ich (ich nehm jetzt mal nur die wichtigsten WienerInnen) mit dir, mit David Ellensohn, mit Joachim Kovacs und mit Andreas Baur.

Also nicht mit irgendwelchen No Names sondern immerhin mit der Vizebürgermeisterin, dem Klubobmann im Rathaus, dem Landessprecher und dem Pressesprecher der Vizebürgermeisterin.

Meine Kritik an den Grünen (die auch Christoph Chorherr immer wieder formuliert):

  • Die Grünen erzählen keine eigene Geschichte. Sie haben keine kommunizierbare Vorstellung, was eigentlich Grüne Politik ist. Sie erzählen ihre Positionen und Werte auf eine untaugliche Art. Insgesamt: Sie haben keine Framing,  keine „Grüne Erzählung“. Nicht für Wien, nicht für Österreich.
  • Die Grünen haben keine konkreten anwendbaren Konzepte zu eminent Grünen Themen wie Partizipation (Heumarkt!) oder Stadtentwicklung/Öffentlicher Raum (Mariahilferstraße!)
  • Die Grünen reagieren auf Kritik sehr empfindlich, wer widerspricht bekommt kein Wertschätzung sondern eine Erklärung, warum die Grünen trotzdem richtig liegen.

Die Antworten sind in diesen Gesprächen und Mailwechseln immer dieselben:

Du hast ja so Recht. Da müssen wir dringend was machen. Aber jetzt passt es gerade nicht. Wir haben einen wichtigen Strategieprozess laufen. Du weißt ohnehin, wie überarbeitet wir sind. Besonders frustrierend habe ich gefunden: „Ich habe schon so viele Framing-Vorträge gehört“.

Das Ergebnis:

Seit Jahren entwickeln sich die Grünen Positionen, deren politische Vermittlung und Umsetzung nicht adäquat weiter.

Als beispielhaft für die Resistenz, für die Veränderungsunwilligkeit erlebe ich die Antworten, die Grüne FunktionärInnen derzeit nach dem Wahl-Debakel vom 15. Oktober geben:

  • Die WählerInnen haben uns vernichtet.
  • Weil die aus taktischen Gründen rot gewählt haben.
  • Hätten wir doch Pilz auf 4 gewählt.
  • Die rechten Populisten haben es nun mal viel leichter als wir.
  • Im Duell an der Spitze sind wir zerrieben worden.
  • Die mediale Berichterstattung war von einem rauen kritischen Ton geprägt.

Wer hat also das Ergebnis zu verantworten? Die WählerInnen, der Pilz und die Medien.

Sprachlich werden die Probleme externalisiert. Verantwortlich sind die externen Entitäten WählerInnen, Pilz, Medien – und nicht wie WIR GRÜNE mit unseren WählerInnen umgehen, wie WIR SELBST unsere Listen wählen, wie WIR POLIT-KOMMUNIKATORiNNEN unsere Geschichten an die Öffentlichkeit tragen. Das mag implizit gemeint sein, für Gutwillige aus dem Kontext hervorgehen. Ich bin aber nicht gutwillig. Ich erwarte mir von PolitikerInnen klare Worte.

Bislang habe ich nur bei Joachim Kovacs die Bereitschaft gefunden, die Ursachen klar bei sich selbst zu suchen: „Wenn man über 2/3 seiner Wähler_innen verliert, mag es viele Gründe dafür geben. Einer, und zwar der Wichtigste, ist man selbst.“

Liebe Maria,

ich könnte noch lange weiterschreiben. Der Kürze halber zwei Links zum Weiterlesen:

„Essentially Contested Concepts“ – zum Framing der Grünen Wahlkampfplakate
Klimawandel – warum wir über das Wetter reden sollten

Ich bin bestürzt über das Wahlergebnis. Und ich bin hoffnungsvoll, dass es die Grünen als Chance wahrnehmen. Ich würde mich unendlich freuen, wenn wir zu den skizzierten Baustellen ins Gespräch kommen.

Alles Liebe
Axel

17. Oktober 2017 von Axel Grunt
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NRW17: Lernen sie daraus?

Für die Grünen endet die Nationalratswahl 2017 mit einem Debakel. Ob Einzug in den Nationalerat oder nicht, auf +/-4 Prozent sinken ist eine Katastrophe. Der grüne Vorarlberger Landesrat Johannes Rauch schreibt dazu auf Facebook: „nur so viel: wir haben verstanden!

Ich wünsche mir dringend, dass die Grünen einiges verstehen, das schon lange auf dem Tisch liegt:

Vorgeschichte

Die blamablen Ereignisse der letzten Monate sind bekannt, haben sich aber neuerlich Aufmerksamkeit verdient: Die Trennung von der Grünen Jugend, die Trennung von Peter Pilz, der Rückzug von Eva Glawischnig haben ihren Anteil am miserablen Ergebnis. Schwerer als diese Einzelereignisse wiegt aber eine strukturelle Schwäche der Grünen. Sie nehmen die Gesamtheit der WählerInnen nicht ernst. Und sie haben eine auffällige Schwäche, die eigene grüne Politik zu formulieren und zu kommunizieren.

Keine Lämmchen, trotzdem schlechter Wahlkampf

Für die Grünen wurde ja das Bonmot erfunden: „Sie werden trotz ihres Wahlkampfs gewählt“. Aufsehen erregende Fehler haben sie während des NR-Wahlkampfs 2017 tatsächlich nicht gemacht. Trotzdem sind die Plakate ein Maßstab für die interne Orientierungslosigkeit, ein Zeichen für einen kritischen Punkt: Die Grünen haben nicht klar ausverhandelt, wofür sie stehen.

Das ist Grün.

Das ist Grün.

Das ist Grün.

Schon spannend: Eine Partei, die seit 31 Jahren im Parlament vertreten ist, macht einen Wahlkampf, in dem sie sich grundlegend erklärt. Plakatiert und via fb-Meme multipliziert werden keine konkreten Konzepte, keine messbaren Anliegen für die kommende Legislaturperiode, sondern Überschriften.

Für Gerechtigkeit. Das ist Grün.
Für Respekt. Das ist Grün.

Warum funktioniert das nicht? [Gerechtigkeit] und [Respekt] sind genauso wie [Politik] oder [Demokratie] sogenannte [essentially contested concepts]. Also Konzepte, die über einen gewissen Mindestinhalt hinaus notwendigerweise umstritten sind. „Wir sind für Gerechtigkeit“, „wir sind für Respekt“, welche Partei hätte das nicht plakatieren können? Strache hat einen konzentrierten „Fairness„-Wahlkampf geführt. Der Unterschied zu den Grünen: Die FPÖ-Kampagne erklärt wem ihre Fairness gilt. Die Grünen gehen anscheinend davon aus, dass die Überschrift reicht.

Noch einmal: Plakate sind nicht das Maß aller Dinge. Im Falle der österreichischen Grünen zeigen sie deutlich, wie ausgedünnt die Partei inhaltlich ist. Sie zeigen, wie weit sich eine Partei von ihrer weitesten Zielgruppe abkoppeln kann.

Zukunft

Die Grünen haben in den letzten Jahren vor allem zwei Dinge verabsäumt: Grüne Politik zu entwickeln und über Grüne Politik dementsprechend zu reden.
Wäre schön, wenn sie das verstehen…

16. Oktober 2017 von Axel Grunt
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Wir brauchen mehr Neiddebatte!

Anmerkungen zum Framing eines Wahlkampfbegriffs

[Neid]
[Ungleichheit]
[Fairness]
[Chancengerechtigkeit]
[Leistung]

Da ist das Thema also: „Die Mindestsicherung ist ein Prozent des Sozialbudgets. Da wird im Wahlkampf [Neid] geschürt“ , sagt Irmgard Griss im ORF-Gespräch. Georg Bürstmayer ergänzt: „Was dieses eine Prozent dringend braucht, ist eine [Neiddebatte].“

Endlich. Eine [Neiddebatte]! Und ein paar Anmerkungen, wie diese Debatte geführt werden kann:

[Inequality] can be [framed] in multiple ways. [Envy] is one way…“ analysieren die britischen „Psychologists for Social Change„. [Neid] als [Framing] für [Ungleichheit].

[Neid], [Fairness], [Verteilungsgerechtigkeit], [Chancengerechtigkeit]

Die Ebenen auf denen einander [Ungleichheit] und [Neid] begegnen, haben sich auffällig verschoben. Früher galt [Neid] jenen, die (zu) viel hatten. Mitschwingt ein Gefühl von „das steht dem nicht zu„! Wer viel leistet (Hermann Maier, Greta Garbo, Johanna Mikl-Leitner, Luciano Pavarotti), dem steht auch viel zu.

Das Interessante am [Neid]: Je stärker wir uns mit anderen vergleichen, desto höher die Neidgefahr. Wir beneiden vor allem jene, die uns in puncto Alter, Beruf, Umgebung und Lebensart ähnlich sind. Tennisprofis vergleichen sich mit Tennisprofis, Topmanager mit Topmanagern, Schriftsteller mit Schriftstellern. Weil Sie sich nicht mit dem Papst vergleichen, können Sie auf ihn gar nicht neidisch werden.“

Wer etwas leistet, kann sich etwas leisten

Rechte und konservative Parteien – also ÖVP und FPÖ – verschieben diesen Neidfokus. Wer viel Geld hat, viel Besitz und Einfluss, dem steht dieses Vermögen mit absoluter Sicherheit zu. Auch Erben ist [Leistung] (des Erblassers), Kritik daran [kommunistisch]. Relativ neu in unserer Debatte ist die Einschränkung: Wer nicht zu „uns“ gehört, dem steht „das“ nicht zu (die Mindestsicherung, die Sozialhilfe, das Smartphone, die Wohnung, vielleicht sogar das Hiersein).

Konservatives Denken verknüpft Eigentum – auch NEOS argumentieren so – mit den Begriffen Leistung und Fairness. Der Flüchtling, generell der weniger Begüterte hat nichts geleistet. Also ist es unfair gegenüber den anständigen ÖsterreicherInnen, wenn der was bekommt (für das er ja eben nichts geleistet hat).

Mitschwingt: Ich leiste viel Und trotzdem kann ich mir nicht alles leisten. Aber wenigstens leiste ich etwas. Der Flüchtling bekommt nur Geschenke. Flucht ist keine Leistung, die wir honorieren.

Freiheit, Gerechtigkeit oder Fairness sind „essentially contested concepts“ . Sie sind hochabstrakt, es liegt in ihrer Natur, dass sie umstritten sind. Elisabeth Wehling fasst dieses Dilemma in einem Deutschlandfunk-Interview zusammen: „Der eine sagt, das ist gerecht, möglichst viel Freiheit zu geben, sprich wenig Steuern, wenig Regulierung, viel freier Markt, viel Wettbewerb und dadurch eine Optimierung der Leistungsfähigkeit aller. So und der andere sagt: Nein, ich finde, es ist gerecht, Freiheit zu geben, und zwar Freiheit unseren Mitbürgern vor übergriffiger Industrie und vor Not und so weiter und so fort. Und deswegen brauchen wir hohe Steuern und gute soziale Infrastruktur.

Disziplin ist Stärke

Klassisch konservatives [Framing] sagt: [Disziplin] = [Stärke] = [Leistung] = [Erfolg] = [Geld]. Wer nicht über die entsprechenden Mittel verfügt, ist [undiszipliniert] = [schwach] = [erfolglos] = [selber schuld]. Zu viel staatliche Hilfe verdirbt den Menschen.

Ob mir das gefällt? Ob ich daran glaube? Überhaupt nicht. Aber mein Glauben macht dieses Framing nicht weniger real. Und mit dieser Realität umzugehen ist die Kunst. Aus dieser Realität leiten sich auch die abschließenden Folgerungen ab:

  1. Erkenne an, dass dein Gegenüber offenbar einen [Mangel] erlebt. Einen persönlichen, subjektiven Mangel. Für den kann die Asylwerberin nichts. Subjektiv ist er trotzdem real.
  2. Völlig nutzlos ist daher der Verweis darauf, in einem der reichsten Länder der Erde zu leben. Oder gar, dass die Menschheit so reich wie nie zuvor ist. Das macht den subjektiven Mangel nicht kleiner. Aber wahrscheinlich den Zorn größer.
  3. Behalte dir deine Moral. Erkläre deinem Gegenüber nicht, dass sein [Neid] unangebracht ist. Dass es ihm doch viel besser geht als dem Flüchtling oder der allein erziehenden Mutter.
  4. Benutze Worte, die dir am Herzen liegen: [Großzügigkeit], [Beitragen], [für einander da Sein], [Unterstützen].
  5. Rede über deine [Werte], über deine Vorstellung von Gesellschaft: „Ich will, dass es uns allen gutgeht in Österreich. Uns allen. Ja, IHNEN auch! Und ich will, dass alle dazu beitragen können, dass es uns allen als Gesellschaft gut geht. Ja, der Flüchtling soll auch beitragen können.

Auf der Ebene der [Werte] können wir einander begegnen und Gemeinsamkeiten finden. Und wenn wir Gemeinsamkeiten gefunden haben, dann können wir uns an die Strategien zu Umsetzung machen.

29. September 2017 von Axel Grunt
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