So, jetzt von den Innsbrucker Grünen lernen.

[Grüne]
[Kampagne]
[Kommunikation]
[Framing]

Die Innsbrucker Grünen haben am 22. April gewonnen – mit einem großartigen Spitzenkandidaten.
Die Salzburger Grünen haben am 22. April verloren – mit einer großartigen Spitzenkandidatin.

Am „Tag danach“ ist es immer leicht schlau zu sein. Darum versuche ich, nur einen einzigen ausgewählten Punkt des vergangenen Wahlsonntags zu beleuchten.

Der Unterschied: Die Kampagnenkommunikation.

1) Grüß Gott, mein Name ist Georg Willi von den Innsbrucker Grünen. Ich will nächster Bürgermeister von Innsbruck werden.“, „Mensch Willi. Fragen. Plakat "Mensch Willi"Zuhören. Machen.“
Damit ist Willi von der Ansage her klar und gleichzeitig glaubwürdig, authentisch. Hinter diesen klaren Ansagen – hier ist ein Spitzenpolitiker, der ehrlich etwas ändern will – bringen klare Inhalte Punkte. „Mobil in die Zukunft“, „Wohnen ist Grundrecht“, so klar kanns gehen.

2) „Ich bin keine Politikerin.
Astrid Rössler setzt in Salzburg im Wesentlichen auf dieselben Themen wie die Innsbrucker Grünen. DeAstrid Rössler ist keine Politikerinr Haken ist das „aber“. Die Botschaft, die von einer hoch engagierten Politikerin ausgesendet wird, ist „[Politik] = [Mist], von dem ich mich distanziere“. So verstehe ich Rössler. Ein ironischer Zugang, eine paradoxe Intervention. Funktioniert nur leider nicht.

Nebenaspekt: Anscheinend war der Wahlkampf der Salzburger Grünen auf Mitglieder des Bauernbunds abgestimmt. Der Slogan „Stau-Bremse“ wird mit einem Traktor illustriert.
Heimat beschützen – illustriert mit Kindern in Tracht.
Dörfer wachküssen – mit Kühen im Hintergrund.

Ohne hier jedes einzelne Sujet durchzudeklinieren: Die kompetente und authentische Grün-Politikerin Astrid Rössler fährt eine verwaschen kommunizierte Kampagne, von der sie sich selbst unfreiwillig distanziert. War es der Versuch, die ländliche Salzburger Bevölkerung zu erreichen? Ich weiß es nicht. Eindeutig ist: Das reicht nicht.

Die Grünen haben generell ein Problem: Sie können ihre Geschichten nicht erzählen. Was absurd ist. Schließlich setzen sie auf die wesentlichen Zukunftsthemen: Klimakatastrophe. Bildung. Migration. Ihre Konzepte sind dann – siehe Salzburg – beeindruckend schlecht geframet.

Wenn sich das nicht rasch ändert (Gemeinderatswahlen in Wien und NÖ: 2020), schauts für die Grünen finster aus.

23. April 2018 von Axel Grunt
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